Angriff auf Happyland

Die Rollenspielszene als Schauplatz der Metapolitik

Als „vorpolitischer Raum“ werden die Teile der Zivilgesellschaft begriffen, die sich nicht explizit an das politische System wenden oder ihm angehören. Beispielsweise Clubs und Vereine, aber auch “Fandoms“. Dieser vorpolitischer Raum findet als Metapolitik wenig Beachtung in der Politikwissenschaft. Aber Nazis versuchen gezielt in den vorpolitischen Raum einzudringen , und ihre Ideen und Sprache unterzubringen. Wer die beiden Begriffe in eine Suchmaschine eingibt, findet erst Seiten über – dann von Rechtsextremen.

Vernetzte Fandoms

Gamer in Deutschland müssen sich allerspätestens seit dem Terroranschlag in Halle damit beschäftigen, dass Nazis versuchen ihre Szene zu unterwandern. #Gamergate offebarte einer breiten Öffentlichkeit wie verbreitet Sexismus im Videospielbereich ist.

Die Mittelalterszene hat aber genauso damit zu kämpfen, dass sich die Nazis an der nordischen Mythologie vergangen haben und deshalb Nazis auch gerne mal in der Geschmacksrichtung „Mittelalterfan“ daher kommen.

Die Tabletop-Wargame-Szene, aus der ja Pen&Paper entstanden ist, spricht nicht nur Freunde von Strategie an, sondern auch rechte Militaristen .

Viele Rollenspieler sind Gamer und interessieren sich auch für Geschichte und Mittelalter. Die Rollenspielszene rekrutiert hat große Schnittmengen mit den vorher aufgelisteten Fandoms , und es gibt keine magische Wand, welche die Probleme abhalten könnte. Die Videospielbranche ist um ein vielfacher umsatzstärker, die deutsche Rollenspiel-Szene ist (noch?) sehr überschaubar. Dementsprechend weniger lohnend sind Unterwanderungs-Versuche. Wenn aber Lovecraft war ein Rassist , bereits eine kontroverse These ist, muss man sich von “bei uns in der Szene ist vieles besser”, verabschieden.

Bei dem größten deutschen Franchise, das schwarze Auge (DSA), waren zu Beginn drei Hippies zu Werke. Werner Fuchs, einer dieser Hippies, lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wie er rechtes Gedankengut findet: er kritisierte unlängst schon das Hohlwelt-Setting von DSA, weil es sich da um eine Idee aus der rechten Ecke handelt. Auch so Dummheiten wie die Spezies mit der Gesinnung zu koppeln (alle Dunkelelfen sind Böse), gab es zwar bei Dungeons and Dragons, DSA hat solchen Schwachsinn nie gemacht. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowohl in den Regeln als auch in den meisten Regionen der Spielwelt, ist auch kein Merkmal mit dem man bei Rechten anschlussfähig ist.

Rechte rethorik überall

Nichtsdestotrotz sehen wir in der gesamten Gesellschaft Versuche einer konservativen Revolution. Die Kontroverse um Inklusion und Diversität im Rollenspiel ist ein Teil einer größeren Debatte, manche sprechen von einem Kulturkampf. Wie sehr soll die dominante Gruppe die Bedürfnisse aller anderen berücksichtigen? In deutschen Foren und Facebook-Gruppen zu Rollenspielen und anderswo im Netz wird stolz verkündet, man würde weiterhin rassistische Bezeichnungen für Lebensmittel verwenden. Der aus dem frauenfeindlichen Gamergate stammende Begriff SJW, oder das deutsche ebenso rechte Pendant Gutmensch taucht in gleicher Weise auf, wie in einer Diskussion darum, ob Flüchtlinge ertrinken sollen. Sind leute die Gutmensch als Schimpfwort benutzen und gerne rassistische Bezeichnungen in Kinderbüchern erhalten wollen alle schlechte Menschen? Nein, sicher nicht. Aber sie helfen das overtone Window zu verschieben – Sie ändern die Grenze dessen was ein „Normaler Standpunkt“ ist. Ein einfaches Beispiel: in den USA ist es umstritten ob es eine allgemeine gesetzliche Krankenversicherung geben soll. In Deutschland fragt man sich wie sich diese Frage überhaupt stellt. Dass Overtone-Window ist in diesen Gesellschaften an ganz anderer Stelle. Der Begriff SJW hat eine Entwicklung durchgemacht, vor wenigen Jahren konnte man ganz sicher Sagen, dass nur Rechte so über Linke reden, inzwischen tun das auch Konservative. Genau das ist erklärtes Ziel in den Strategiepapieren der Rechtsextremen. Ihre eigenen Ideen werden sagbarer. Deshalb reagieren ich und andere so empfindlich wenn diese Worte verwendet werden. Die Kritisierten fallen dann aus allen Wolken, weil sie weder die Strategie noch die Idee des Diskurs-Fensters kennen.

Sie betreten Happyland – Politik muss draußen bleiben

Die Die Autorin Tupoka Ogette prägte für dieses „aus allen Wolken fallen“, den Begriff Happyland. Der geistige Aufenthaltsort weißer Menschen, die Rassismus einfach aus ihrem Leben ausklammern

2:14 Tupoka Ogette erklärt die Metapher Happyland – https://youtu.be/amVaXJFXFFw?t=106

Der allergrößte Teil der Deutschen Rollenspiel-Szene ist ein solches Happyland. Das Ausklammern von allem „politischen“ in den Diskussionsregeln ist der Zaun des Happylands. Wer Probleme mit der Gesellschaft hat solle doch hier bitte darüber schweigen. Kritik an den Verhältnissen, die sich auch innerhalb der Rollenspiel Gemeinschaft widerspiegeln, sollen bitte woanders stattfinden. „Wir sind keine Rassisten, also ist hier ja wohl alles in Ordnung“

Der Essayband Role-Inclusive der Probleme der Rollenspiel-Szene thematisiert, rüttelt an den Toren Happylands und ruft: „kommt da raus!“ und die Happyländer rufen zurück: „uns gefällt es hier, lass uns in Ruhe!“

Mit diesem Bewusstsein lassen sich Abwehrverhalten gegen die bloße Erwähnung von Rassismus besser verstehen. Für den Happyländer ist „hier gibt es Rassismus“ gleichbedeutend mit „hier gibt es Rassisten“ entsprechend logisch reagiert er mit „Willst du etwa sagen ich bin ein schlechter Mensch?“.

Räume schaffen

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Diskussionen über das „politische“ oftmals als extrem anstrengend daherkommen. Vor allem im Internet erinnern „politische“ Diskussion an ein Kirmes-Karussell: Laut , aufmerksamkeitserregend, dreht sich schnell im Kreis und wenn man sich hinein begibt ist einem danach schlecht und man bereut es nicht einfach weiter gelaufen zu sein.

Es wird schwer den Betreiber*innen von Rollenspiel Foren zu erklären warum jetzt Diskussionen über die aktuelle Tagespolitik bei Ihnen Platz finden müssen. Es ist ein klassisches Identitätsproblem.  Ist das schon Politik? Gehört diese Diskussion noch zu dem, was die Rollenspiel Szene ist? Ist das noch mein Aventurien?

Es ist also an denen, dich Diversität und Inklusion auch zu Ihrem Thema machen sich eigene Räume dafür zu schaffen. Denn was als “Politisch” angesehen wird, ist  selbst politisch. Der Status quo wird selten markiert. Heterosexuelle sind nicht „Hetero“, sondern “normal”. Ist “Nazis raus” bereits Politik oder einfach nur eine Selbstverständlichkeit? Sich mit bestimmten Fragen nicht beschäftigen zu müssen ist ein Privileg. – Welche  Clubtür in der Stadt ist rassistisch? Keine Ahnung, ich bin weiß. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt ein Rollenspielbuch auf zu machen und keine Abbildung zu finden, die mir ähnlich sieht. Ich bin immer „gemeint“ und angesprochen.

Weitere Informationen

Devlog Regelreferenz V 3.6.4

Es gibt eine neue Version von Heldenbogen zu Regelreferenz , Version 3.6.4 ,im Scriptorium zu kaufen.

Das Update im Überblick:

Neue Funktion: Status und Zustand Regelblock können entfernt werden.
Korrekturen: Entfernen von Zaubererweiterungen und Lithurgie-Erweiterungen nochmals gefixt, Problem beim Encoding von Optolith Dateien behoben.

Was macht dieses Programm?

Das Programm verwendet die Inhalte aus dem Ulisses Regelwiki um eine Regelübersicht für den eigenen Charakter zu erstellen. Also alle Regeln Vorteile,Sonderfertigkeiten und Zauber usw. werden automatisch zusammen gesucht. Dazu kann man ein rechnendendes Heldendokument oder Daten aus dem Optolith Heldengeneratoren auslesen lassen, oder die Informationen in eine Eingabemaske eintragen.

ein kurzes Video über das Programm (leicht veraltetes Video)

Bugfixes

Ein User hat netterweise einen Fehler gemeldet: die json Dateien aus Optolith wurden mit der falschen Kodierung geladen, sodass Namen mit Umlauten falsch dargestellt wurden. Python zeigt auch hier mal wieder seine Angenehme Seite, es war lediglich notwendig das encoding als Option ein zu tragen.

open(heroes_json_path,'r',encoding="utf-8")

Kniffliger war das Problem, das die Regelerweiterungen sich nicht (mehr) entfernen ließen. Das liegt vor allem daran ,dass meine jquery und javascript Kenntnisse noch rudimentärer sind als meine Fähigkeiten in Python. Das kurzen der Regeln im Html Dokument passiert in Javascript. Die Regeln sind 1zu1 der Code von der Ulisses-Regelwiki Website. Leider sind die Regeln nicht immer gleich formatiert.

function hide(keyword) {
$( "p:contains("+ keyword +")" ).css( "display", "none" );
}

Mit der hide Funktion werden werden alle diejenigen <p> elemente verboren, die das Schlüsselwort enthalten. Aber die Regelerweiterungen bei Zaubern und ltihurigen bestehen aus mehreren Elementen, div.contains würde alle verschatelten div elemente verbergen. Daher habe ich nun zu dieser Lösung gegriffen:

function hidediv(keyword) {
$( ".ce_text:contains("+ keyword +")" ).css( "display", "none" );
}

statt div wird die Klasse „ce_text“ als Selection verwendet. Auf den ersten Blick scheint es so zu sein, dass alle Regelerweiterungen in einen eigenes div geschrieben wurden. Sollte das nicht der Fall sein, sind vermutlich manuelle änderungen am html Code nicht zu vermeiden (was sehr unbequem wäre).

Neue Funktion

screenshot von Heldenboogen zu Regelreferenz version 3.6.4
„Zustand Regeln entfernen“ und „Status Regeln entfernen“ sind neue Funktionen in dieser Version

Viele Leute benötigen die Status und Zustandsübersicht nicht. Diese lassen sich jetzt über eine id Property ebenfalls ausblenden. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Zusammenstellung der Regelelemente doppelten Code enthält der noch in Funktionsaufrufe umgebaut werden sollten.

Zukunft

Ich selbst benutze das Programm nie, ich komme als Spielleitung nicht dazu Helden zu erstellen. Einige Menschen wünschen sich nativen PDF-Export. Ich habe auf das Problem von Textsatz (Layout) aber gerade überhaupt keine Lust, es geht wohl irgendwie mit Reportlab. Man kann den Text mit den Vorlagen die ich erstellt habe mit wenigen Handgriffen selbst zu einem PDF machen und einfach mit Strg+P die Druckfunktion des Browsers nutzen, dort habe ich mit einen Stylsheet dafür gesorgt, dass ein brauchbares 2 zeiliges Layout nur mit den Regeln entsteht, welches im Fall von Chrome sofort als PDF gespeichert werden kann. Alle anderen können einen PDF Drucker installieren. Daher werde ich bis auf weiteres keinen PDF-Export implementieren.

Warum Text auf eine Seite verteilen nicht einfach ist

Übersicht Fernkampf bei DSA5

Das Schwarze Auge ist auch in der 5. Edition kein einfaches System. Nach „nur“ 9 Fragen weiß man schon welche Modifikatoren für die Fernkampfprobe gelten.

Flussdiagramm für einen Fernangriff bei DSA
„Flussdiagramm“ für einen Fernangriff bei DSA (vollständig nach Grundregeln)

Trotz alledem ist DSA (noch) mein Spiel der Wahl. Daher habe ich die Grafik ja gemacht. Die vollstädingen Regeln kann man im Regelwiki lesen. Erstellt habe ich sie mit lucidchart.com mit einem kostenlosen Account (keine Werbung, es war wirklich einfach die beqeumste Lösung)

Die Situation bei Dungeons and Dragons

Der Ablauf von Proben bei Dungeons and Dragons läuft grunsätzlich geschmeidiger ab (leicht vereinfachte Darstellung)

Mit Vorteil würfeln bedeutet 2 Würfel zu würfeln und das bessere Ergebnis zu nehmen. Nachteil ist das Gegenteil.

Auch wenn der Vergleich nicht ganz fair ist, da Details ausgelassen wurden, sieht man bei Dungeons&Dragons in der 5. Edition den grundsätzlichen Unterschied im Regeldesign. DSA versucht oft ein Weltensimulator zu sein. D&D hat sich in der 5. Edition mit dem Vorteil und Nachteils System eine Neuerung getraut die in den meisten Situationen dazu führt, dass wenn Proben geworfen werden mit Vorteil geworfen wird wenn die Situation klar günstig ist und mit Nachteil wenn es knifflig ist. Um zu bestimmen ob eine Situation in die eine oder andere Kategorie fällt gibt es Regeln, aber die Standardlösung ist intuitiver. Menschen unterscheiden nicht zwischen -8,-6,-4,-2, neutral, +2,+4,+6 und +8 Situationen.

Auch das DnD5e Kampfsystem hat einiges an Komplexität zu bieten mit verschiedenen Schadensarten und Resistenzen, Flankieren, Hinterhalt und vielem mehr.
Mein Eindruck bleibt aber im direkten Vergleich am Beispiel der Fernkampfprobe: für DSA muss eine Checkliste mit dem Meister zusammen abgearbeitet werden allein um die Modifikatoren zu bestimmen, bei DnD reicht die Frage „habe ich Vorteil?“ und man kann würfeln.

Geschlechter im Rollenspiel DSA

Die Erst-Autoren des bekanntesten deutschen Rollenspiels “das schwarze Auge“ haben bewusst Frauen und Männer in den Regeln gleich gemacht. Die Hälfte der Götter des zentralen Pantheons wurden weiblich geschaffen. Darauf ist man unter Fans häufig stolz.

Werner Fuch bei 23:49 „gibt zu“ mit Absicht Frauen gleich zu berechtigen

„Männer und Frauen sind Aventurien doch allgemeinhin gleichberechtigt“ wird oft als Turmschild gegen Kritik gegen Sexismus im Rollenspiel im Allgemeinen und bei DSA insbesondere in Stellung gebracht. Dieses Schild entpuppt sich bei näherer Betrachtung als improvisierter Buckler aus einem Nudelsieb. Es reicht nicht einfach nur in ein Buch zu schreiben „in dieser Welt ist Gleichberechtigung“.

Verkauft wurde diese 1995 wurde diese „Progressive Phantastik“ z.B. in einer Box mit diesem Cover:

Cover von Götter Magier und Geweihte, eine blonde,weiße Frau ist an eine Wand gekettet und trägt ein tiefgeschnittenes weißen Kleid, davor wird ein Dämon über einem Pentagram beschworen.

Eine Jungfer in Nöten auf dem Titelbild, da wusste der Spieleverlag Schmidt ganz sicher: hier sprechen wir Jungs und Mädchen gleichermaßen an!

Und weil eben schon immer viele junge Frauen davon angesprochen wurden, sehen heute die Ratcons auch heute aus wie die Jahreshauptversammlung der Männergesangsvereine in Deutschland.

Die Ästhetik der Ratcon im Jahre 2001

Der Tempel der Liebesgöttin Rahja wurde oft genug von Spielern als Hurenhaus interpretiert, in dem jeder Held der den Vorteil „Gutaussehend II“ vorweisen kann selbstverständlich sexuell von den Priesterinnen bedient wird. In den Büchern von DSA steht davon freilich nichts, passiert ist es beim geselligen Spieleabend unter Jungs aber oft genug, um langatmige Onlinediskussionen zu entfachen.

Für die Spielweise ihrer Kunden haben die Macher von DSA nicht die Verantwortung. Aber es sind Tatsachen, die DSA geprägt haben.

Auch die Geschichte innerhalb der Spielwelt zeigt ein anderes Bild. In der Geschichte der Spielwelt Aventurien, genauer gesagt im Mittelreich wurde nach der Geschichtsschreibung des Spiels die Kaiserwürde nach 1000 Jahren “wieder für Frauen freigegeben”. Das Verbot wurde zwar einfach nur für ein Abenteuer gebraucht; das ganze lässt sich aber dennoch nur schwer mit der beliebten Erzählung einer „von Anfang an egalitär angelegten Spielwelt“ vereinbaren, wie sie oft von Fans von DSA heute behauptet wird.

Die 5. Edition des Rollenspiels stellt im eigenen Regelband zu Sex Liebe und Romantik „Wege der Vereinigungen“ klar, dass aus Sicht der Author*innen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau eine „Utopie“(S.22 ebd.) ist. Das ist gut und schön. Eine gute Kritik zum Band von Judith Vogt & Henning Mützlitz ist auf Tor Online erschienen. Der Eindrücke ich inbesondere and dieser Stelle hier teile: „Tatsächlich befinden sich im Buch auch Texte zu den Themen Repräsentation und Akzeptanz – diese wurden allerdings so formuliert, als beschäftigten sich die Schreibenden zum ersten Mal damit.“

Die offizielle Facebookseite der Marke DSA findet bei der Auflistung der großen Helden Aventuriens genau eine Frau. Ist das Pech bei der Auswahl oder ist Aventurien doch auch eine Welt in der hauptsächlich großen Männer großes tun?

Das Symbolbild für DSA in seiner Außendarstellung auf Facebook ist ein weißer Mann. Dabei hat die Marke ein Logo, was es sonst einsetzt. Ist das jetzt schon böser, böser Sexismus und alle bei Ulisses müssen sich von Alice Schwarzer auspeitschen lassen? Nein natürlich nicht. Aber für eine Marke die sich als Phantastik mit Gleichberechtigung positionieren will, ist es zumindest ungeschickte Öffentlichkeitsarbeit.

Aber präsentiert der Verlag denn DSA überhaupt so? Zumindest wenn man auf dasschwarzeauge.de schaut, findet man (im Januar 2020) keine Erwähnung dieses „unique selling points“.

Man kann also DSA5 nicht vorwerfen es würde Erwartungshaltungen in die Richtung wecken. Ulisses hat nirgends eine progressive Spielwelt versprochen. Zumindest konnte ich keine Verlauftbarungen in die Richtung finden.

Klappentext: Es scheint das besondere Los schöner Prinzessinnen zu sein, von Zeit zu Zeit entführt zu werden. Andererseits ruft ein solch trauriges Schicksal unweigerlich alsbald einen mutigen Retter auf den Plan, nämlich Sie, lieber Freund, einen der letzten wahren Helden…
Wappen Sie sich – nicht nur mit Mut und Ihrem Lieblingsschwert, sondern vor allem mit Humor! Sonst werden Sie dieses Abenteuer kaum durchstehen können!

Wenn weiterhin in den Abenteuern öfter Frauen als Männer gerettet werden müssen, wenn die Illustrationen und Cover einen Male Gaze (männliche Perspektive), wenn in DSA Romanen Frauen und Männer sehr häufig klassische Rollen einnehmen, dann hat man vieles, aber keine progressive Fantastik-Welt. DSA ist ein Produkt von Bestandskunden für Bestandskunden. Im Wesentlichen sind das: weiße Männer die in den 80ern und 90ern jung waren. Zumindest beherrschen diese das Bild des Fandoms und die Kundenansprache. 

Die Idee vom fortschrittlichen DSA ist Verklärung. DSA war nie so sexistisch wie seine Entstehungszeit, aber in den letzten 30 Jahren wurde sich zu sehr darauf bequem gemacht. Unter DSA5 hat die Entwicklung wieder Fahrt aufgenommen und man kann optimistisch auf die weitere Entwicklung schauen.

Weitere Artikel zum Thema

Zwei Männer spielen Bungeons and Dragons in einem Comic-Laden. Bild von Benny Mazur

Empfehlung: Waldritter.e.V.

Ich bin durch Zufall auf die Arbeit des Waldritter.eV. gestooßen , ein Verein der unter anderem Live Rollenspiel mit Bildungsanspruch vermittelt. Zum Beispiel gibt es von dem Verein Rollenspielangebote zur Rassimusprävention. Ich hatte in meinem Artikel zu Kolonialismus darauf hingewiesen, dass Rollenspiel ein Weg zur Auseinandersetzung mit solchen Themen sein kann, und bin froh, dass diese möglichkeiten Tatsächlich schon mit pädagogischer Expertiese genutzt werden. Der Begriff den die Waldritter dafür wählen ist Edu-LARP. Die Angebote richten sich oftmals an Kinder und Jugendliche, es schein sich dann um eine Art Sommercamp angebot zu handeln, wie man sie aus US-Filmen kennt. Im Sommer gibt es Jeden Monat ein klassisches LARP im Fantasy Setting für Kinder und Jugendliche.

Blibs, Tokens oder Marker günstig selbst herstellen

Minaturen sind richtig teuer, auch die Pappaufsteller oder Acrlymarker, die man für viele Spiele kaufen kann gehen auch ins Geld. Aufsteller kann man günstig selbst herstellen indem man z.b. dies Vorlage ausdruckt und Plastikfüße kauft. Dieses youtubevideo hat eine schöne Idee wie man Blibs, also munzdicke Marker selbst machen kann:

Man verwendet einfach Schmucksteine im Kuppelschliff und klebt unten bedrucktes Papier daran. Diese Steine bekommt man in Deutschland sowohl unter dem Namen „Cabochons“ (nach dem Cabochon-Schliff) als auch „Glaskuppel Glasstein“ oder „Schmuckstein“. 200 mal 2,5cm(1 inch) Steine Kosten unter 10€ (vgl. Amazon) . Der im Video empfohlene Klebstoff ist in Deutschland recht teuer „Mod Podge 59 ml Dimensional Magic“ um die 8€, alternative ist „Ranger Glossy Accents“ wohl einfacher zu finden der ist aber nicht günstiger . Möchte man die Unterseite nicht versiegeln tut es auch einfacher Vielzweckkleber. Günstig wird das ganze erst, wenn man tatsächlich vor hat um die 50 Marker her zu stellen.

Wer nicht so viele Marker benötigt, kann auch Kuppelförmige Aufkleber einsetzen da gibt es 100 Stück um 8€ (z.b. Amazon) als „Scrapbooking 3D Epoxy Dome Aufkleber“, oder auch kleinere Mengen zu kaufen.

Materialkosten

Variante A mit Glassteinen:

200 x 1 Inch Tokens: Cabochon Kuppeln Glasteine ~12,00€ , Lochstanzer 5,50€ , 18 ml Glossy Accents Kleber 4€

Kosten: < 10 Cent pro Token, plus Druck , evtl zzgl. Stanze

Variante B mit Aufklebern

100 x 1Inch Kuppel Aufkleber ~8€

Kosten: < 8 Cent pro Token, plus Druck , evtl zzgl. Stanze

Variante A ist wertiger und führt zu schwereren Tokens die stabiler sind, Variante B ist schneller um zu setzten, man muss nicht mit klebstoff hantieren, aber die Tokens sind dünner und nicht so robust.

Aufschwung bei Gesellschaftsspielen als Ausdruck von Cocooning?

Gesellschaftsspiele in Deutschland

Liebe Brettspiel-Begeisterte,
ich habe meine Bachelorarbeit zum Thema Gesellschaftsspiele als Lebensstil geschrieben und dabei auch einige empirische Daten verarbeitet. Vor allem das Literaturverzeichnis dürfte das aktuellste und umfassendste sein was es in deutscher Sprache momentan zu dem Thema Gesellschaftsspiele gibt.
Ich hoffe einige finden die Arbeit interessant.

Inwiefern lässt sich die wachsende Beschäftigung mit Gesellschaftsspielen in Deutschland durch einen häuslichen Lebensstil, das sogenannten „Cocooning“, erklären?

die Forschungsfrage

Das Spiel im Allgemeinen und das Gesellschaftsspiel im Besonderen ist in der Soziologie ein randständiges Thema. Soziologische Aufmerksamkeit hat das Thema Spiel vor allem im Zusammenhang mit der Sozialisation von Kindern erfahren. Aber auch der soziologische Blick auf den Boom der Gesellschaftsspiele selbst ist lohnenswert. Es ist erklärungsbedürftig, warum Gesellschaftsspiele nicht im gleichen Maße durch Computerspiele verdrängt wurden, wie beispielsweise Theater durch den modernen Film. In der Presse werden verschiedene Erklärungen für diesen scheinbaren Widerspruch diskutiert. Wiederholt ist zu lesen, dass Gesellschaftsspiele Ausdruck eines „Rückzugs ins Private“ sind, eines Abschirmens vor der subjektiv als zunehmend bedrohlich empfundenen Welt. In dieser Arbeit wird diese These kritisch hinterfragt.

Um der Frage auf den Grund zu gehen, wurde eine komplette Kopie der Boardgamegeek Datenbank angelegt.

Die Daten von Boardgamegeek gehören boardgamegeek.com

Darüber hinaus kommen Daten über die Zeitverwendungserhebung (ZVE) zum Einsatz um das tatsächliche Ausmaß des Spielverhaltens in Deutschland zu ermitteln.

free "Print and Play" games for your campaign

A classic Indonesian game, called permainan

The wonderful ocastudios released more than a dozen free games for print and play use under public domain. These are very pretty pdfs that you can print at home with diy instructions to craft your own game set. This is great for us Game Masters because it is very unlikely that there is any culture that doesn’t develop games. So we really should include games into our worldbuilding. But just changing the theme of a game and using traditional chess or other games might break the immersion. But Ocastudios has games from all over the world. This is of course a very nice resource even when you’re not playing tabletop RPG games likes Dungeons and Dragons. There is the traditional chess, poker and backgammon but there’s also games from other cultures that will probably introduce you and your players to something new. I have never before heard of the maori game of Mu Torere, for example.

Go and download the games for free at https://ocastudios.com/classics/

Oca Studios even has a free royal game of ur in stock for you. the oldest known game in the world.
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