Die Rollenspielpolizei

Die Rollenspielpolizei ist ein Meme in der Rollenspielgemeinschaft. Wenn jemand „falsch“ spielt dann kommt die Rollenspielpolizei und tritt dort die Tür ein. Die Rollenspielpolizei ist aber auch die Schere im Kopf. Sie hält Menschen davon ab zu spielen wie sie wollen, weil es ja kein „richtiges Rollenspiel“ wäre. Auch die Spieler*innen, die Neulinge durch gatekeeping von Rollenspiel abschrecken werden oft als Rollenspielpolizei bezeichnet.

Die Vektor-Datei von Lariel ist Public Domain auf freesvg.org verfügbar.

Meine Erfahrungen mit der Rollenspielpolizei

Mir ist die Rollenspielpolizei leider auch außerhalb eines Witzes schon begegnet. Als ich an meinem ersten Abenteuer gearbietet habe kam ich an die Stelle, dass ich eine Kampf einbauen „musste“ . Die RPG-Polizei in meinem Kopf meinte, ich könnte ja wohl kein Abenteuer veröffentlichen ohne Gewalt und Kampf. Erfreulichweise habe ich aber dann den Questcast gehört. Das unterhaltsame Abenteuer „Satura nimmt, Satuaria gibt“ kommt in allen 7 Episoden ganz ohne Kampf aus. Das hat mich befreit. Es kann also helfen Vorbilder zu haben.

Die Rollenspielpolizei für andere

Viel substantieller sind die Erfahrungen mit der Rollenspielpolizei die Frauen machen müssen. Frauen berichten mir davon, dass sie sich nicht Zutrauen eigene Faninhalte zu verbreiten, weil sie glauben, dass ihre Werke nicht gut genug sind. Frauen werden im Rollenspiel viel stärker beäugt, sie werden oftmals nur als „Anhängsel“ wahrgenommen. Die Rollenspielpolizei prüft die Papiere und fällt das Urteil „keine echte Spielerin“. Sie ist nur wegen „dem Freund“ da. Eine Frau begibt sich in Gefahr, wenn sie sich mit Fremden allein trifft und kommt daher gerne in Begleitung. Das kommt den meißten Polizeikräften aber nicht in den Sinn. – Es muss also am mangelden Eigeninteresse liegen. Anna hat dazu ein Blogbeitrag verfasst, der seit 2017 nicht weniger aktuell ist.

Die Rollenspielpolizei vor die Tür setzen

Rollenspiel ist vielfältig. Als Spieler*innen können wir dazu Beitragen, dass es noch bunter wird in dem wir weniger Urteilen darüber wie andere Spaß haben. Ich für mich werde auch versuchen öfter ein zu wiedersprechen wenn sich andere zu „Wahrern des wahren Rollenspiels“ aufschwingen. Vielleicht helfen ja auch Memes.

5 Kommentare zu „Die Rollenspielpolizei

  1. Kämpfe sind halt ein Designmittel wie jedes andere auch. Ein guter Kampf kann Abwechslung im Abenteuer bieten, zur Spannung beitragen oder eine interessante Wendung einläuten. Ein Kampf macht ein Abenteuer nicht besser, nur weil er da ist. Es gibt viele Abenteuer, die ohne Kampf auskommen können – wie immer hängt es viel am gewählten Genre.

    Die „Anhängsel“-Erfahrung habe ich mit Frauen noch nie gemacht. Aber ich spiele natürlich auch „nur“ in meiner Blase.
    Desweiteren fallen mir einige Damen ein, die in der publizierenden Blogger- oder Verlagsszene durchaus aktiv sind und reichlich Material veröffentlicht haben. Dass es Menschen gibt, die sich nicht trauen ihre kreativen Ergüsse zu veröffentlichen, halte ich nicht für ein geschlechtsspezifisches Problem.

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    1. Kämpfe aka Gewalt ausüben ist nicht wie jede andere Aktivität auch. Es gibt ja einen Grund warum alle Gesellschaften Gewaltausübung streng reglementieren. Also bei DSA5 suche ich noch nach dem Abenteuer in dem keine Kampfszene vorgesehen ist.

      Männer senden doppelt so oft Manusscripte ein wie Frauen https://www.mic.com/articles/54303/can-you-guess-which-industry-is-now-experiencing-a-gender-gap obwohl Frauen sich wesentlich öfter mit Literatur beschäftigen.

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      1. „Gewalt ausüben“ ist nicht wie jede andere Aktivität auch, ein „Encounter/Kampf“ ist aber ein Designmittel wie jedes andere auch. Es gibt verschiedene Arten, die Spielercharaktere „in Gefahr“ zu bringen (und evtl. die Spieler ins Schwitzen), Kämpfe sind einer davon.

        Was hat der Artikel hinter dem Link mit Faninhalten von Rollenspielerinnen zu tun?

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      2. „Das es Menschen gibt, die sich nicht trauen ihre kreativen Ergüsse zu veröffentlichen, halte ich nicht für ein geschlechtsspezifisches Problem.“
        Auf diese Aussage bezieht sich der Artikel

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